Förderung und Forderung

(Längerfristiges) Ziel soll es sein, eine stetige Reflexion von Grenzen, Problemen und unerwünschten
Nebenwirkungen von Förderung und Forderung zur Schul und Unterrichtsentwicklung zu bewirken, um auf
diesem Wege die eigenen Gestaltungs und Handlungsmöglichkeiten auszuloten.

Wie lässt sich der Anspruch auf Individuelle Förderung einlösen? Welche Ziele, Strategien und Maßnahmen
gibt es? Welche Schwierigkeiten treten bei der Umsetzung auf und was kann man daraus für die Gestaltung
der Individuellen Förderung lernen?


Lernen findet bei uns in der Regel in größeren Gruppen und nicht als Einzelunterricht statt, vor allem
aufgrund der nicht vorhandenen Kapazitäten: Wie viel Förderung ist in einer Institution möglich, in der
Gruppenlernprozesse zu organisieren sind? Wie viele Personen mit welchen Kompetenzen, welche Lehrmittel,
welche Zeiten, welche Räume stehen zur Verfügung?

Wir fördern derzeit im Wesentliche auf drei Arten:

– ausgleichende (kompensatorische) Trainings und Zusatzangebote, die einzeln oder in Kleingruppen
  durchgeführt werden oder

vielfältige Lernwege durch offene Unterrichtsformen (wie Freiarbeit, Projekte, Wochenpläne) oder

binnendifferenzierter oder adaptiver Unterricht, bei dem die Lehrkraft die Ziele, Inhalte, Aufgaben,
  Materialien an den einzelnen Schüler einer Lerngruppe anpasst.

Aktuell reicht die zur Verfügung stehende und durch den Lehrplan strukturierte Unterrichtszeit keineswegs aus, um
die vielfältigen Facetten und Formen von Förderung angemessen abzudecken.

Denn Förderung kann:

auf verschiedene Bereiche gerichtet sein (wie kognitive Fähigkeiten, sprachliche Entwicklung, soziale
  Kompetenzen, Lernstrategien, fachspezifische Kenntnisse, Motivation)

bei diversen Schülermerkmalen oder gruppen ansetzen (Leistungsschwache, Hochbegabte, Mädchen und
  Jungen, Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund, mit besonderem Förderbedarf)

verschiedene Ziele verfolgen (z.B. Lernrückstände beheben oder individuelle Interessen entfalten)
auf unterschiedliche Weise stattfinden (freiwillig oder verbindlich; temporär oder dauerhaft) und schließlich
  auch

auf verschiedenen Ebenen verankert sein (im Unterricht oder im außerunterrichtlichen Bereich).

Des Weiteren werden die Handlungsspielräume für Individuelle Förderung durch äußere Vorgaben (wie 45Minuten
Takt, Einsatz von Fachlehrern mit nur jeweils wenigen Stunden in vielen Klassen, Klassengröße) beeinflusst und
begrenzt, und zwar bis weit in die Unterrichtsgestaltung hinein.

Grundsätzlich gilt: Da die Organisation der Schule eine Berücksichtigung individueller Bedürfnisse bislang eher
verhindert, müssen auch die organisatorischen Bedingungen geändert werden, um Strategien für Individuelle
Förderung überhaupt zu ermöglichen und abzusichern.

Die individuelle Förderung ist kein klar umrissenes Konzept; und es kann so die dahinter stehende aktuelle Idee auch
keine allgemeingültigen Patentrezepte geben. Jede einzelne Schule muss vielmehr selbst spezifische Lösungen
finden, die zu ihrem Profil und ihrer Schülerschaft passen.

Förderung ist eine „Querschnittsaufgabe“ die Schule als Ganzes ihre Bildungs und Organisationsqualitäten
betrifft und einen umfassenden Plan erfordert: Viele Einzelakteure (im Kollegium, aber auch Erzieherinnen und
Erzieher oder außerschulische Kooperationspartner) sind in Einklang zu bringen, indem ein gemeinsames Leitbild
und Verständnis für Individuelle Förderung entwickelt wird; viele Aktivitäten sind zu koordinieren; über ein
Gesamtkonzept muss abgestimmt und dieses nachhaltig eingerichtet (und praktiziert) werden.

Ressourcen für Förderung im weiteren Sinne (Personal, Ausstattung, individuelle Lernzeit von Schülern) sind immer
begrenzt, was zur Auswahl zwingt. Auf unterschiedlichen Ebenen müssen regelmäßig Prioritäten gesetzt werden,
wofür diese Ressourcen verwendet werden und worauf verzichtet werden kann beziehungsweise muss.

Zwingende Voraussetzung für gelingenden /Fo Unterricht an unserer Schule sind nicht zuletzt die
Ausbildung sozialer Kompetenzen bei unseren SuS.


Sportförderunterricht:

Sportförderunterricht wird zusätzlich zum Sportunterricht für Kinder mit motorischen und psychosozialen Auffälligkeiten erteilt. Die Voraussetzungen werden in den „Bestimmungen für den Schulsport“ konkretisiert:

Bestimmungen für den Schulsport RdErl. d. MK v. 1.9.2018 – 24 – 52 100/1 – VORIS 22410 –

5.1 Sportförderunterricht

Sportförderunterricht soll für Schülerinnen und Schüler mit motorischen und psychosozialen Auffälligkeiten zusätzlich zum regulären Sportunterricht vorwiegend im Primarbereich sowie in den Schuljahrgängen 5 und 6 durchgeführt werden. Sportförderunterricht ist mit zwei Wochenstunden anzusetzen. Sportförderunterricht wird von Lehrkräften, die dafür besonders ausgebildet worden sind, im Rahmen ihres Hauptamtes bzw. ihres Hauptberufes erteilt. [In der GS Südstadt Peine erteilt der Schulleiter Herr Lampka Sportförderunterricht.]

Für den Sportförderunterricht sind die Schülerinnen und Schüler unter motorischen, psychosozialen und pädagogischen Gesichtspunkten auszuwählen. Verantwortlich für die Auswahlentscheidung ist die Lehrkraft mit der Qualifikation für die Erteilung von Sportförderunterricht. Die Auswahl findet in Kooperation mit Klassen- und Sportlehrkräften statt. Schulärztliche Stellungnahmen sind einzubeziehen. Die Teilnahme am Sportförderunterricht ist für die Schülerinnen und Schüler verbindlich, wenn die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten vorliegt.